Spezialprofil Stoffwechselbalance
Cholesterin, LDL, HDL, Triglyceride, ApoB, HbA1c, HOMA-Index, Harnsäure, hsCRP, Lp-PLA2, TSH, fT3, fT4, Homocystein, Ferritin, GGT, GPT, Kreatinin, Cystatin C, I-FABP, BDNF
🔺Ein Serum-Röhrchen muss aus Stabilitätsgründen direkt nach der Blutentnahme zentrifugiert oder alternativ für 90 Minuten aufrecht stehen gelassen werden. Anschließend wird das abgetrennte Serum in ein Neutralröhrchen überführt.
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Stoffwechselbalance im Blick
Wichtiger Hinweis:
Eine Laboranalyse kann den Besuch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt nicht ersetzen. Sollten Sie gesundheitliche Beschwerden haben, wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson, um eine umfassende Diagnostik und gegebenenfalls eine passende Behandlung zu erhalten.
Welche Parameter werden zum Fettstoffwechsel erfasst?
Der Fettstoffwechsel spielt eine wichtige Rolle für unsere Gesundheit, da er die Verarbeitung und den Transport von Fetten im Körper reguliert. Veränderungen des Fettstoffwechsels können mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein. Das Spezialprofil Stoffwechselbalance untersucht mit MDA-LDL, Lipoprotein(a) und Homocystein zusätzliche Laborparameter, die eine weiterführende Beurteilung kardiovaskulärer Risikofaktoren ermöglichen.
- Cholesterin:
Gesamtcholesterin misst die Gesamtmenge an Cholesterin im Blut und hilft dabei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu beurteilen. Ein hoher Cholesterinspiegel kann auf ein erhöhtes Risiko für Arterienverkalkung und Herzkrankheiten hinweisen. - Triglyceride:
Triglyceride sind eine Art von Fett im Blut. Ein hoher Triglyceridspiegel kann auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen wie Diabetes hinweisen. - HDL (High Density Lipoprotein):
Auch bekannt als "gutes Cholesterin", hilft HDL dabei, überschüssiges Cholesterin aus den Arterien zu entfernen. Ein hoher HDL-Wert kann dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. - LDL (Low Density Lipoprotein):
Auch als "schlechtes Cholesterin" bekannt, kann ein hoher LDL-Wert zur Ablagerung von Cholesterin in den Arterien beitragen und zur Arterienverkalkung (Atherosklerose) führen, was das Risiko für Herzkrankheiten erhöht.
Welche Parameter werden gemessen, um das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen?
- Apo B (Apolipoprotein B):
Apo B (Apolipoprotein B) ist ein Eiweiß, das Bestandteil von LDL und anderen gefäßschädigenden Lipoproteinpartikeln ist. Da jedes dieser Partikel in der Regel ein ApoB-Molekül trägt, gibt der ApoB-Wert einen Hinweis darauf, wie viele dieser Partikel im Blut vorhanden sind. Die alleinige Messung des LDL-Cholesterins erfasst dagegen vor allem die Menge des darin enthaltenen Cholesterins. ApoB kann daher zusätzliche Informationen liefern und helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen genauer einzuschätzen. - Homocystein:
Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Aminosäurestoffwechsels. Erhöhte Homocysteinwerte können mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sein. Erhöhte Werte können unter anderem bei einem Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure auftreten.
Hinweis zum Homocystein:
Homocystein ist in der Probe nicht ausreichend stabil. Daher muss das Serumröhrchen entsprechend der beiliegenden Anleitung aufbereitet werden. Erfolgt die erforderliche Probenaufbereitung nicht, kann die Homocystein-Analyse nicht durchgeführt werden.
HbA1c - Bewertung des Zuckerstoffwechsels
Bei HbA1c handelt es sich um einen Parameter zur Bewertung des Langzeitzuckerwertes. Zucker kann die Gefäßwände proentzündlich beeinflussen und somit zur Bildung von arteriosklerotischen Plaques beitragen. Durch die Messung von HbA1c lassen sich Rückschlüsse auf den Zuckerstoffwechsel der letzten drei Moante ziehen. Somit ist dieser Parameter aussagekräftiger als der Nüchternblutzuckerwert, der tagesabhängigen Schwankungen unterliegen kann. Der HbA1c-Wert spiegelt wider, wie viele der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) an ihrem Farbstoff Hämoglobin verzuckert worden sind. Da die Erythrozyten eine Lebensdauer von 3 Monaten haben, lässt sich mithilfe von HbA1c der durchschnittliche Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum beurteilen.
HOMA-Index - Insulinresistenz einschätzen
Der HOMA-Index (Homeostasis Model Assessment) ist ein Maß für die Insulinresistenz, also dafür, wie gut die Körperzellen auf Insulin ansprechen. Er wird aus Nüchternglukose- und Nüchterninsulinwerten berechnet und hilft, eine gestörte Glukosetoleranz oder ein frühes Diabetesrisiko zu erkennen. Ein hoher HOMA-Index weist auf eine verringerte Insulinempfindlichkeit hin, was ein frühes Zeichen für Diabetes sein kann.
Im Alter ist meist ein zu hoher Insulinwert problematisch. Oftmals liegt beim metabolischen Syndrom (MetS) eine Insulinresistenz mit Fettleber vor. Beim Altersdiabetes wird eine Resistenz der Insulinrezeptoren aufgebaut, sodass das Insulin nicht mehr an den Rezeptor binden kann. Somit kann die Glukose aus dem Blut nicht mehr ausreichend in die Zellen aufgenommen werden, was zu erhöhten Zuckerwerten im Blut führt.
Hinweis zum HOMA-Index:
Es ist wichtig zu beachten, dass die Blutentnahme am Morgen nach 12 h ohne Essen erfolgt, denn der Blutzuckerwert, sowie der Insulinwert steigen durch Essenzufuhr an.
Harnsäure & Kreatinin - Bewertung der Nierenfunktion
- Kreatinin:
Kreatinin wird in den Muskeln produziert und über die Nieren ausgeschieden. Es wird häufig zur Beurteilung der Nierenfunktion verwendet. Ein hoher Kreatininwert kann auf eine eingeschränkte Nierenfunktion oder eine Nierenschädigung hinweisen. - Harnsäure:
Harnsäure ist ein Abbauprodukt von Purinen, die in vielen Lebensmitteln vorkommen. Ein hoher Harnsäurespiegel kann auf Gicht oder Nierenprobleme hinweisen und ist auch ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Oftmals fehlt Molybdän bei erhöhten Harnsäurewerten, da Molybdän ein interessanter Nährstoff für Harnsäure ist. - Cystatin C:
Cystatin C ist ein besonders sensibler Marker für die Nierenfunktion. Schon kleine Veränderungen im Blut können auf eine beginnende Einschränkung der Filterleistung hinweisen – oft bevor Kreatinin auffällig wird.
Welche Entzündungsmarker werden gemessen?
- hsCRP:
hsCRP (hoch-sensitives C-reaktives Protein) ist ein empfindlicher Entzündungsmarker, der von der Leber gebildet wird, wenn im Körper eine akute oder schwerwiegende Entzündung vorliegt. Besonders bei bakteriellen Infektionen oder bei einem aktiven Schub einer Autoimmunerkrankung kann der hsCRP-Wert deutlich ansteigen. - Lp-PLA2:
Lp-PLA2 (Lipoprotein-assoziierte Phospholipase A2) ist ein Biomarker, der Gefäßentzündungen anzeigt. Lp-PLA2 wird von bestimmten Immunzellen (fettbeladenen Makrophagen, auch Schaumzellen genannt) gebildet, die mit Arteriosklerose in Verbindung stehen. Bei Arteriosklerose bilden sich Ablagerungen in den Arterien (Plaque). Die Schaumzellen geben Lp-PLA2 in die Blutbahn ab. Folglich korreliert Lp-PLA2 im Serum mit den im arteriellen Endothel ablaufenden Entzündungsprozessen.
Welche Schilddrüsenparatmeter sind enthalten?
- TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
Regelt die Schilddrüsenaktivität. Ein erhöhter TSH-Wert kann auf eine Unterfunktion, ein erniedrigter TSH-Wert auf eine Überfunktion hinweisen. - fT3 (freies Triiodthyronin)
Biologisch aktives Schilddrüsenhormon, das unter anderem den Stoffwechsel beeinflusst. Erhöhte Werte können auf eine Überfunktion hinweisen. - fT4 (freies Thyroxin)
Schilddrüsenhormon, das unter anderem als Vorstufe für T3 dient. Erniedrigte Werte können auf eine Unterfunktion hinweisen. - Reverse T3
Reverse T3 (rT3) ist ein Schilddrüsenhormon, das – wie fT3 – aus dem Schilddrüsenhormon T4 gebildet wird. Aufgrund einer kleinen Veränderung in der Molekülstruktur ist rT3 jedoch nicht aktiv und kann den Stoffwechsel nicht anregen.
Ferritin - Beurteilung der Eisenversorgung
Der zentrale Parameter zur Beurteilung der Eisenversorgung ist das Ferritin. Ferritin ist ein Speicherprotein für Eisen, dessen Konzentration im Serum bzw. Plasma Aufschluss über den Gesamteisengehalt des Körpers gibt.
Allerdings unterliegt Ferritin einer komplexen Regulation: Bei Entzündungen oder chronischen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz oder chronischer Nierenkrankheit kann trotz eines normalen oder sogar erhöhten Ferritins ein funktioneller Eisenmangel vorliegen. Dabei sind die Eisenspeicher zwar nicht entleert, allerdings können in den Zielzellen keine adäquaten Eisenkonzentrationen erreicht werden.
GPT und GGT - wichtige Leberwerte
- GPT (ALAT)
Glutamat-Pyruvat-Transaminase (auch Alanin-Aminotransferase) ist ein Leberenzym, das bei Leberschäden oder Entzündungen erhöht sein kann. - GGT (Gamma-Glutamyltransferase)
Ein Enzym, das in der Leber und den Gallengängen vorkommt. Hohe GGT-Werte deuten oft auf Leber- oder Gallenerkrankungen hin, insbesondere bei Alkoholkonsum oder Medikamenteneinnahme.
I-FABP - Überprüfung der Barrierefunktion des Darms
Leaky gut (engl. durchlässiger Darm) bedeutet, dass die Barrierefunktion der Schleimhaut des Dünndarms gestört ist. Infolgedessen können Bakterien und Toxine aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen und systemische Entzündungen fördern. Des Weiteren können Störungen bei der Aufnahme von Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen auftreten und vom Darmepithel sezernierte Enzyme, wie z. B. die für den Abbau von Histamin wichtige Diaminoxidase oder Laktase, werden vermindert gebildet. Pathognomisch für ein leaky gut sind entweder eine erhöhte Durchlässigkeit der in der Darmschleimhaut befindlichen Tight junctions oder eine strukturelle bzw. funktionelle Schädigung der Darmepithelien selbst.
Der Laborparameter I-FABP (Intestinal Fatty Acid-Binding Protein) ist ein Protein, das in den Darmepithelzellen vorkommt. I-FABP spielt eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Fettsäuren und deren Transport in die Zellen des Darmepithels. Bei einer Zerstörung der Darmepithelzellen kommt es zur vermehrten Freisetzung von I-FABP und der Spiegel im Blut steigt. Ein erhöhter I-FABP-Spiegel kann somit auf Darmprobleme wie Entzündungen, Gewebeschäden oder Darmerkrankungen hinweisen.
BDNF - Einschätzung von neuronalen Wachstumsfaktoren
Beim Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) handelt es sich um einen wichtigen neuronalen Wachstumsfaktor, der das Überleben, das Wachstum und die Spezialisierung von Nervenzellen fördert. Zudem spielt BDNF eine zentrale Rolle für das Langzeitgedächtnis, Lernprozesse und abstraktes Denkvermögen. Die höchste BDNF-Konzentration findet sich im Gehirn, im Bereich des Hippocampus, wieder. Hier trägt BDNF zur Funktion und Gesundheit des Nervensystems bei. Zusätzlich wird BDNF auch in verschiedenen Organen wie Herz und Lunge sowie in verschiedenen Zellen des Immunsystems, hierbei vor allem in den Blutplättchen, gebildet.
BDNF ist auch eng mit der Stressverarbeitung und der Anpassungsfähigkeit des Gehirns an Belastungssituationen verbunden.
Wie läuft die Probenentnahme ab?
Für den Test wird Serum benötigt. Direkt nach der Blutentnahme sollte ein Serumröhrchen zentrifugiert oder alternativ für 90 Minuten aufrecht stehen gelassen werden. Anschließend wird das abgetrennte Serum in das Neutralröhrchen überführt. Sie erhalten von uns alle für eine venöse Blutentnahme und die Probenaufbereitung erforderlichen Materialien. Bitte beachten Sie, dass die Blutentnahme durch medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden sollte.
Was ist im Probenset enthalten?
Sie erhalten alle für eine venöse Blutentnahme erforderlichen Materialien, einschließlich Blutröhrchen, Butterfly-Kanüle, Kurierversandtasche und Transportblister für den sicheren Transport Ihrer Proben. Zusätzlich erhalten Sie ein Neutralröhrchen mit dem Etikett „Serum zentrifugiert“ sowie eine Pipette, um das abgetrennte Serum in das Neutralröhrchen überführen zu können. Bitte beachten Sie die Anleitung für die Probenaufbereitung zur Bestimmung von Homocystein.
Wie versende ich die Probe zurück ins Labor?
Der Test ist zeitkritisch und sollte daher niemals mit der Post versendet werden. Wir empfehlen Ihnen die Probenabholung durch unseren Kurierpartner. Ihnen wird automatisch die Buchung des Labor-Kurierdienstes im Warenkorb vorgeschlagen.
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Selbstverständlich können Sie bei der Bestellung im IMD OnlineLabor auch einen Termin zur Blutentnahme direkt im IMD Berlin buchen oder die Probe innerhalb von 24 Stunden selbst ins Labor bringen.
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