Check-up Darm Plus

Detaillierte Untersuchung des Darmmikrobioms inklusive Marker für Verdauungsleistung (Gallensäuren, Pankreaselastase, Verdauungsrückstände), Entzündung (Calprotectin, Histamin), Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Alpha-1-Antitrypsin) und Darmimmunsystem (sekretorisches IgA).
Die Zusammensetzung der Darmbakterien beeinflusst maßgeblich den Zustand der Darmschleimhaut und des Darmimmunsystems und ist mitverantwortlich für die Entstehung chronischer Entzündungen. Mit der hier angewendeten PCR-Analyse können wichtige Funktionen des Darmmikrobioms untersucht werden. Zusammen mit Markern für die Darmbarriere, Darmentzündung, Darmimmunabwehr und die Verdauungsleistung gibt dieses Profil einen detaillierten Einblick in die Darmgesundheit.

Das Profil umfasst:
- Dysbioseindex
Eine Dysbiose besteht, wenn unsere Darmbakterien nicht mehr mit uns in Symbiose leben, sondern sich so verändert haben, dass sie einen schädigenden Einfluss ausüben können. Eine starke Dysbiose (hoher Dysbioseindex) kann das Darmepithel schädigen und durchlässiger machen (leaky gut) und chronische Entzündungen fördern. - Bakterielle Diversität
Es ist vielfach gezeigt worden, dass artenreiche Mikrobiota weniger anfällig für die Schädigung der Darmschleimhaut durch pathogene Erreger sind. - Butyratbildung
Butyrat ist eine kurzkettige Fettsäure, die von Darmbakterien durch Verwertung von Ballaststoffen entsteht.
Butyrat ist die Hauptenergiequelle der Darmepithelzellen, wirkt antientzündlich und immunregulierend und stärkt die Darmbarriere.
Butyratbildende Bakterien sind: Anaerobutyricum hallii, Eubacterium rectale und Faecalibacterium prausnitzii - Mukosaprotektion
Die Schleimschicht (Muzinschicht) der Darmschleimhaut (Mukosa) ist ein wichtiger Teil der Darmbarriere. Eine zu dünne Schleimschicht begünstigt die Ansiedlung pathogener Keime und kann Entzündungsreaktionen verursachen.
Bakterien, die die Schleimschicht regulieren sind: Akkermansia muciniphila, Faecalibacterium prausnitzii und Lactobacillus spp. - Kolonisationsresistenz
Kolonisationsresistenz ist die Fähigkeit von ballaststoffverwertenden Darmbakterien die Darmschleimhaut lückenlos zu besetzen. Damit wird die Ansiedlung von Pathogenen und die Schädigung der Darmzellen durch Toxine verhindert.
Wichtige Bakterien für diese Funktion sind: Bacteroides spp., Bifidobacterium spp., Lactobacillus spp. - Proinflammatorische Bakterien
Das sind Darmbakterien, die das Immunsystem aktivieren (immunogen wirken). In geringer Menge gehören sie zur gesunden Darmmikrobiom dazu. Vermehren sie sich zu stark können sie aber Entzündungen und Schleimhautschäden auslösen und andere Darmbakterien verdrängen. Zu dieser Gruppe gehören vor allem die Proteobacteria. - Verdauungsleistung (Gallensäuren, Pankreaselastase, Verdauungsrückstände)
Die Messung von Verdauungsrückständen, also unverdauter Fette, Eiweiße und Zucker kann einen Hinweis auf das Vorliegen von Fehlfunktionen der Fett-, Protein- und Kohlehydratverdauung geben. Grund dafür kann z.B. eine exokrine Pankreasinsuffizienz, messbar über die Pankreaselastase, oder ein Mangel an Gallensäuren sein, die für die Fettverdauung essenziell sind. Bei einer Fettverdauungsstörung werden auch fettlösliche Vitamine weniger gut resorbiert. - Entzündung (Calprotectin, Histamin)
Eine Entzündung im Darm lässt sich in vielen Fällen über Calprotectin nachweisen.
Erhöhte Werte im Stuhl zeigen eine Einwanderung von Granulozyten in den Darm als Reaktion auf Entzündungsreize (z.B. bei Infektionen, Dysbiose, Divertikulitis) an.
Histamin wird von Mastzellen z.B. als Reaktion auf eine Allergie ausgeschüttet, von bestimmten Darmbakterien gebildet oder über die Nahrung aufgenommen. Ein Überschuss führt zu Immunabwehr mit Entzündungssymptomatik. - Durchlässigkeit der Darmschleimhaut (Alpha-1-Antitrypsin)
Alpha-1-Antitrypsin ist ein Plasmaprotein mit hohem Molekulargewicht. Es geht nur bei erhöhter Durchlässigkeit der Darmschleimhaut passiv in den Stuhl über. Erhöhte Werte sind leaky-gut-, aber nicht entzündungsspezifisch. - Darmimmunsystem (sekretorisches IgA)
Der gesunde Darm beherbergt Hunderte von nicht-pathogenen (kommensalen) Bakterienarten, ist gleichzeitig aber eine wichtige Eintrittspforte für Pathogene. Die wichtigste Aufgabe des Darmimmunsystems ist es daher, Pathogene von Kommensalen zu unterscheiden, erstere abzuwehren und letztere zu tolerieren. Ein Hauptmerkmal dieser adaptiven Immunantwort an Schleimhäuten ist die Sekretion von Immunglobulin A. Das sekretorische IgA bietet entscheidenden Schutz gegen Krankheitserreger und Toxine und kann Bakterien direkt binden und damit ihre Ausscheidung fördern
Weiterführende Informationen:
- Diagnostikinformation 358: Das Mikrobiota-Profil deckt Defizite der intestinalen Immuntoleranz bei Allergien, Autoimmunerkrankungen und chronischen Infektionen auf
- Diagnostikinformation 367:Diagnostische Marker im Stuhl und was sie bedeuten
Bitte beachten Sie:
Aufgrund der Anforderung innerhalb des Check-up-Profils ist die gleichzeitige Anforderung des Funktionellen Mikrobiotaprofils nicht möglich.
Hinweis zum Alter: Bitte beachten Sie, dass diese Analyse nur für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren geeignet ist. Für jüngere Kinder gibt es derzeit keine Referenzwerte, daher ist der Test für Kinder nur eingeschränkt aussagekräftig.
Musterbefund

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